Unter dieser Rubrik möchten wir Euch gerne einige Erfahrungen bezüglich Krankheiten, Verletzungen etc.
mitteilen. Je länger man mit Chinchillas zu tun hat, desto häufiger kommen Verletzungen und dergleichen
vor. Irgendwann hat man so viel Erfahrung gesammelt, dass man nicht mehr mit jeder Kleinigkeit
(gerupfte Fellstelle, raue Füße, Kratzer im Ohr) zum Tierarzt geht. Dieser ist allerdings die sofortige
Anlaufstelle, sobald es ein ernsthaftes Problem gibt. Daher gilt: Die folgenden Texte dienen in erster Linie
der Informationsfindung, die Behandlung gehört in den allermeisten Fällen in erfahrene Hände, also zum
Tierarzt. Hier sollte man sich immer gut erkundigen, welche Tierärzte Erfahrungen mit Chinchillas haben.
Glücklicherweise sind dies immer mehr, aber immer noch nicht alle.
Bisse/Offene Hautstellen: Sollte es offene Hautstellen durch Bisse oder
durch Unfälle im Käfig geben, so sind diese zu desinfizieren. Hierfür
eignet sich ein handelsübliches Haut-Antiseptikum für Menschen. Um die
Wundheilung zu fördern, hat sich eine Panthenolsalbe (ggf. mit
antiseptischem Anteil) immer wieder empfohlen. Bei größeren
Verletzungen oder Wunden in gefährlichen Bereichen (z.B. dem Auge)
sollte natürlich der Tierarzt aufgesucht werden.
Durchfall (Diarrhö): Ursachen sind z.B. schlechtes Futter (u.a. frische
Dinge), Heu oder Wasser. Die Ursache muss sofort abgestellt werden.
Gefährlich ist die Diarrhö durch den enormen Wasserverlust des Körpers.
Kurzfristig kann man ein Stück hartes, gut getrocknetes Brötchen oder
ein Stück Zwieback verfüttern. Bessert sich der Durchfall nicht innerhalb
eines Tages, ist der Tierarzt aufzusuchen.
Fellbruch: Es gibt viele Ursachen für stumpfes und brüchiges Fell. U.a.
falscher Sand (quarzhaltig), psychischer Stress und Unverträglichkeiten
gegenüber einem bestimmten Futter. Nach Abstellen dieser Auslöser wird
das Fell meist sehr schnell wieder schön und gesund.
Pilzbefall: Auffällig durch kreisrunden Fellverlust, ggf. häufiges Kratzen des Tieres an der Stelle.
Grundsätzlich nicht gefährlich, aber ansteckend durch Kontakt zwischen den Tieren. Gut mit einer Pilzsalbe
(z.B. Clotrimazol-Salbe) behandelbar. Kann gut zwei Wochen dauern. In der Zeit das Sandbad entfernen,
damit es nicht an der Salbe haftet.
Gewichtsprobleme: Bei Übergewicht sollte man auf die Ernährung achten (weniger Leckerchen, kleinere
Mengen geben) und dem Chinchilla genug Auslauf geben. Bei Weibchen an eine mögliche Schwangerschaft
denken. Untergewicht ist ein größeres Problem. Grundsätzlich kann immer eine schlimmere Krankheit
dahinter stecken (Cave: Appetitlosigkeit), wo natürlich der sofortige Tierarztbesuch nötig ist. Aber auch
Stress (Umzug, neuer Käfiggenosse, Besitzerwechsel etc.) oder Einsamkeit können alleine zu einem starken
Gewichtsverlust führen. Hier kann man dann ruhig etwas mehr von dem Futter geben, das das Chinchilla
bevorzugt und auch ein Leckerchen mehr kann nicht schaden. Bei Einsamkeit sollte man an einen Partner für
das Chin denken und sich mehr mit ihm beschäftigen.
Knochenbrüche (Frakturen): Durch die starke Aktivität der Chinchillas kann es selten auch mal zu einem
Knochenbruch kommen. Der Tierarzt ist sofort aufzusuchen und wird entscheiden, ob eine Schienung
ausreicht oder ob die Extremität gerichtet werden muss. Danach ist es wichtig, das Chin – wenn möglich – in
einem 1-etagigen Käfig zur Ruhe kommen zu lassen und den Appetit gut anzuregen. Eine Amputation sollte
der allerletzte Ausweg sein, da die normalen Bewegungsabläufe dadurch stark eingeschränkt werden. Aber es
gibt auch 3-beinige Chins, die ein fast normales, glückliches Dasein fristen.
Verstopfung (Obstipation): Die Köttel werden immer kleiner oder bleiben sogar komplett aus. Kurzfristig
kann man versuchen das Wasser mit ein wenig Milchzucker zu vermischen (und ggf. per Spritze zuführen).
Sollte die Verstopfung nicht innerhalb kürzester Zeit aufhören, ist umgehend der Tierarzt aufzusuchen.
Vorbeugend hilft regelmäßiger Auslauf, da Bewegung die Darmtätigkeit fördert.
Zähne: Die Zähne eines Chinchillas sollten mit einigen Wochen nicht mehr gänzlich weiß sein, sondern mit
und mit eine gelblich-orange Färbung annehmen. Zahnanomalien (angeborene Verformungen) führen zu
Speichelfluss (verklebtes Fell um Schnauze herum), schlechter bis fehlender Nahrungsaufnahme und zu
resultierendem Gewichtsverlust. Bereits bei Anzeichen ist der Tierarzt für eine gründliche Zahnuntersuchung
aufzusuchen. Oft hilft nur eine Operation langfristig, da das Zähneabschleifen oder –abknipsen nur kurzfristig
Besserung bringt (die Zähne wachsen wieder schief nach).
Raue Haut: Häufig an den Füßen und Ohren. Absolut nicht schlimm, sondern ganz normal. Gelegentlich kann
man die Ohren und Füßchen dann mit einer kleinen Menge Panthenol oder ein wenig Babyöl einreiben, damit
die Haut wieder etwas feiner wird. Dies kann man per Hand oder mit einer Kompresse oder einem Wattepad
machen. An den Ohren sind danach die Äderchen gut sichtbar, da durch die Ohrmassage die Durchblutung
angeregt wurde. Daran denken, den Sand aus dem Käfig zu entfernen, bis die Salben eingetrocknet sind.